Warum viele PV-Anlagen bei Stromausfall trotzdem abschalten Und warum ich bei meiner Anlage unbedingt eine Backup Box haben wollte

Share
Warum viele PV-Anlagen bei Stromausfall trotzdem abschalten Und warum ich bei meiner Anlage unbedingt eine Backup Box haben wollte

Früher dachte ich:

„Wenn irgendwann mal bei uns der Strom ausfällt, dann läuft meine PV-Anlage einfach weiter.“

Immerhin hängen bei mir 27 Module auf dem Dach.
Dazu ein großer Speicher im Haus.

Also müsste doch eigentlich alles ganz normal weiterlaufen, oder?

Leider falsch.

Und genau das verstehen viele Menschen erst, wenn sie sich etwas tiefer mit dem Thema beschäftigen.

Denn die Wahrheit ist:

Die meisten PV-Anlagen in Deutschland schalten sich bei Stromausfall komplett ab.

Trotz Solarmodulen.
Trotz Speicher.
Und oft trotz Investitionen von 20.000 bis 30.000 Euro.

Das klingt erstmal völlig unlogisch.

Die Sonne scheint.
Die Module produzieren Strom.
Der Speicher ist vielleicht sogar voll.

Und trotzdem bleibt das Haus dunkel.

Der Grund dafür ist der Wechselrichter.

Die meisten PV-Anlagen in Deutschland laufen netzgeführt. Der Wechselrichter orientiert sich ständig am öffentlichen Stromnetz und dessen Frequenz von 50 Hertz.

Fällt das Netz aus, schaltet sich der Wechselrichter automatisch innerhalb kürzester Zeit ab.

Und das hat einen wichtigen Grund:

Sicherheit.

Denn wenn bei einem Stromausfall plötzlich tausende Solaranlagen weiter Strom ins öffentliche Netz einspeisen würden, wäre das lebensgefährlich für Techniker, die an den Leitungen arbeiten.

Deshalb ist dieses automatische Abschalten sogar vorgeschrieben.

Also kein Strom trotz großer PV und Speicher - das überrascht viele Hausbesitzer.

Mich damals auch.

Das große Begriffs-Chaos:

Was ist der Unterschied zwischen Notstrom und Ersatzstrom?

Genau hier wird es etwas verwirrend.

Denn rund um PV-Anlagen liest man heute überall Begriffe wie:

  • Notstrom
  • Ersatzstrom
  • Backup
  • Full Home Backup
  • Inselbetrieb

Und ehrlich gesagt, es ist nicht ganz einfach den Überblick zu behalten.

Ich musste mich da auch einarbeiten.

Die klassische Notstrom-Lösung

Viele Anlagen werben mit „Notstrom“.

Was viele dabei nicht wissen:

Oft bedeutet das nur, dass am Wechselrichter eine einzelne Notstrom-Steckdose vorhanden ist.

Wenn das öffentliche Netz ausfällt, bleibt das Haus trotzdem dunkel.

Aber man kann im Notfall zum Beispiel:

  • Kühlschrank
  • Router
  • Handy
  • Laptop

über ein Verlängerungskabel weiter betreiben.

Das kann völlig ausreichend sein.

Aber es ist eben etwas komplett anderes als ein Haus, das einfach normal weiterläuft.

Warum ich mich bewusst für Ersatzstrom entschieden habe

Bei meiner Anlage war mir genau dieser Punkt wichtig.

Ich wollte keine halbe Lösung.
Keine Kabeltrommeln im Keller.
Und keine Taschenlampen-Aktion.

Deshalb habe ich mich bei meinem System bewusst für eine Backup Box entschieden.

Mein System besteht aus:

  • 12,15 kWp PV-Leistung
  • 11,66 kWh Speicher
  • Hybridwechselrichter
  • Full Home Backup mit Backup Box

Und genau diese Backup Box macht am Ende den entscheidenden Unterschied.

Wenn das öffentliche Netz ausfällt, trennt die Box mein Haus automatisch komplett vom Stromnetz.

Und dadurch kann das Haus weiter versorgt werden.

Nicht nur eine einzelne Steckdose.

Sondern:

  • Licht
  • Kühlschrank
  • Internet
  • Steckdosen
  • Fernseher

im gesamten Haus.

Das war für mich der entscheidende Punkt.

Meine bisherigen Erfahrungen mit dem 1KOMMA5° Full Home Backup

Natürlich muss man ehrlich sagen:

Ein größerer Stromausfall ist in Deutschland zum Glück aktuell immer noch sehr selten.

Und ich glaube auch nicht, dass morgen plötzlich überall dauerhaft das Licht ausgeht.

Aber bei einer Investition von ungefähr 25.000 Euro war es mir die zusätzlichen Kosten für die Backup Box trotzdem wert.

Nicht aus Angst.

Sondern wegen des Gefühls.

Das Gefühl, dass das Haus im Ernstfall weiterlaufen würde.
Dass Kühlschrank, Licht und die wichtigsten Dinge funktionieren.
Und dass die eigene PV-Anlage dann nicht einfach nutzlos auf dem Dach liegt.

Dazu kommt:

Wir stehen mitten in einem riesigen Umbau unseres Stromsystems.
Immer mehr erneuerbare Energien.
Mehr Wärmepumpen.
Mehr E-Autos.
Mehr Lasten im Netz.

Wie stabil das langfristig funktioniert, wird man sehen.

Ich wollte für mich einfach das Gefühl haben, technisch möglichst gut vorbereitet zu sein — ohne dabei in irgendeinen Angstmacher- oder Weltuntergangsmodus zu verfallen.

Und genau deshalb war mir die Backup Box den Aufpreis wert.

Lädt die PV-Anlage bei Stromausfall trotzdem weiter?

Das war eine der wichtigsten Fragen für mich.

Denn was bringt ein Speicher, wenn er irgendwann leer ist?

Nach allem, was ich zu meinem System verstanden habe, kann meine Anlage im Ersatzstrombetrieb tagsüber weiterhin Strom vom Dach nutzen.

Das bedeutet:

  • Die PV-Anlage versorgt den Haushalt.
  • Überschüssiger Strom lädt den Speicher.
  • Der Speicher kann später wieder Energie ans Haus abgeben.

Und genau das unterscheidet solche Systeme von vielen einfachen Lösungen.

Wichtig ist aber:

Auch ein Ersatzstromsystem hat Grenzen.

Eine Wärmepumpe oder Wallbox können einen Speicher sehr schnell leerziehen.

Es geht also nicht darum, bei Stromausfall völlig sorgenfrei weiterzuleben wie vorher.

Sondern darum, den Haushalt sinnvoll weiter betreiben zu können.

Was passiert bei zu viel Sonne?

Das war tatsächlich einer der Punkte, die mich am meisten beschäftigt haben.

Nehmen wir mal folgendes Szenario:

  • Stromausfall
  • Sommermittag
  • voller Speicher
  • starke Sonne
  • hohe PV-Leistung vom Dach
  • im Haus laufen aber gerade nur Kühlschrank und etwas Standby-Verbrauch

Also vielleicht 300 Watt Verbrauch.

Was passiert dann mit dem Rest?

Die Antwort fand ich spannend — und ehrlich gesagt auch beruhigend.

Die Energie wird gar nicht erst erzeugt.

Moderne Hybridwechselrichter regeln die Leistung der Module automatisch herunter, wenn im Ersatzstrombetrieb keine zusätzliche Energie benötigt wird.

Das System produziert also nur so viel Strom, wie gerade gebraucht wird.

Da explodiert nichts.
Da brennt nichts durch.
Und der Wechselrichter versucht auch nicht krampfhaft, überschüssige Energie irgendwo loszuwerden.

Die Leistung der Module wird elektronisch automatisch angepasst.

Das ist tatsächlich eine faszinierende Technik.

Warum mich dieses Thema inzwischen so interessiert

Ich merke inzwischen, dass mich genau diese Themen immer mehr faszinieren.

Nicht nur:

  • wie viel Strom erzeugt wird
  • wie groß ein Speicher ist
  • oder wie schnell sich etwas amortisiert

Sondern wie die Systeme technisch wirklich funktionieren.

Was passiert im Hintergrund?
Wie reagieren Wechselrichter?
Wie intelligent steuern moderne Anlagen eigentlich?

Denn am Ende möchte man doch einfach verstehen, was man da eigentlich für viele tausend Euro im Haus stehen hat.

Mein Fazit

Eine PV-Anlage bedeutet nicht automatisch, dass man bei Stromausfall versorgt bleibt.

Und ein Speicher allein reicht auch nicht aus.

Der entscheidende Punkt ist, wie das gesamte System aufgebaut wurde.

Für mich war die Backup Box deshalb kein unwichtiges Extra, sondern ein zentraler Bestandteil meiner Anlage.

Nicht, weil ich Angst vor Blackouts habe.

Sondern weil ich wollte, dass das System im Ernstfall wirklich sinnvoll funktioniert.

Read more