Balkonkraftwerk mit Speicher: Warum mein Vater keine 25.000-Euro-Anlage wollte – und auch nicht braucht

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Balkonkraftwerk mit Speicher: Warum mein Vater keine 25.000-Euro-Anlage wollte – und auch nicht braucht
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Manchmal braucht es kein großes Energiesystem, um anzufangen.

Mein Vater ist 75, meine Mutter 74. Beide leben in einem normalen Haushalt mit einem Stromverbrauch von ungefähr 2.500 kWh im Jahr.

Allein deshalb hätte eine große PV-Anlage für 25.000 Euro für sie überhaupt keinen Sinn gemacht. Der Verbrauch ist dafür viel zu niedrig. Mein Vater hat das sehr nüchtern gesehen.

Nicht: Was ist maximal möglich?

Sondern: Was passt wirklich zu unserem Alltag?

Und genau daraus ist sein kleines Balkonkraftwerk mit Speicher entstanden.

Die Kategorie Vernunft

Mein Vater war – genau wie ich – viele Jahre im Außendienst unterwegs. Viele Kilometer, viel Organisation, viel Kostenbewusstsein. Er ist niemand, der jedem Techniktrend hinterherläuft.

Aber wenn er merkt, dass etwas praktisch ist und sich rechnen kann, dann arbeitet er sich rein.

Er ist außerdem der Typ Mensch, der gerne sagt:

„Was man selber macht, ist wenigstens richtig.“

Das erklärt eigentlich ziemlich gut, warum er dieses Projekt nicht einfach nur gekauft, sondern zusammen mit meinem Bruder selbst aufgebaut hat.

Kein großes Solarunternehmen.

Keine Hochglanzlösung.

Sondern ein Balkonkraftwerk, ein Speicher, Halterungen, Kabel – und dann wurde aufgebaut.

Die Module stehen Richtung Süden. Im Hintergrund sieht man sogar die PV-Anlage vom Nachbarn. Daran merkt man schon: Photovoltaik wird langsam normal.

Das 600-Euro-Setup: SUNNIVA Balkonkraftwerk & Marstek Speicher

Das System besteht aus:

  • SUNNIVA Balkonkraftwerk mit 920Wp
  • 2 bifaziale Full-Black-Module mit jeweils 460 Watt
  • Beny BYM800 Wechselrichter
  • Marstek Saturn B2500-D Speicher mit 2,24 kWh
  • Halterungen
  • zusätzliche MC4-Verlängerungskabel

Die Kosten lagen ungefähr bei:

  • ca. 229 Euro für das Balkonkraftwerk
  • ca. 333 Euro für den Speicher
  • etwas Zubehör und Halterungen

Insgesamt also grob um die 600 Euro.

Für meine Eltern war genau das der Punkt: überschaubare Investition, kein Kredit, keine Großbaustelle und trotzdem ein kleiner Schritt in Richtung Unabhängigkeit.

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Mein Vater hatte damals noch vieles einzeln zusammengestellt und Preise verglichen. Inzwischen ist der Markt aber deutlich einfacher geworden.

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Warum der Speicher von Anfang an dazugehört hat

Der Speicher war bei meinem Vater nicht irgendein späterer Zusatz.

Er gehörte von Anfang an zur Idee.

Denn nur tagsüber Strom zu erzeugen, reicht ihm nicht. Ihn ärgert es, wenn Strom ins Netz läuft, den man später selbst hätte nutzen können.

Das ist nicht geizig gemeint. Es ist eher dieses Gefühl:

Man erzeugt etwas selbst – dann möchte man es auch möglichst selbst nutzen.

Deshalb war für ihn klar: Wenn Balkonkraftwerk, dann möglichst direkt mit Speicher.

Nicht maximal groß.

Nicht maximal teuer.

Aber passend zum Verbrauch.

Balkonkraftwerk-Speicher ohne Smart Meter betreiben: So geht’s manuell

Mein Vater hat keinen Smart Meter für das System nachgerüstet.

Das hätte zusätzliche Kosten bedeutet und vermutlich auch einen Elektriker erfordert. Bei einem Projekt von rund 600 Euro muss man solche Zusatzkosten schon sehr genau abwägen.

Der Speicher läuft deshalb im manuellen Modus.

Vereinfacht gesagt: In der App wird eine feste Leistung eingestellt, zum Beispiel für die Grundlast am Abend. Der Speicher gibt dann diese Leistung ins Hausnetz ab.

Das ist nicht so komfortabel wie ein vollautomatisches System.

Aber es funktioniert.

Man muss eben gelegentlich kontrollieren und nachjustieren.

Mein Vater macht das inzwischen mit erstaunlich viel Interesse. Er schaut, wie viel gerade produziert wird, wie voll der Speicher ist und ob die eingestellte Leistung noch passt.

Er steht dafür nicht morgens um sieben mit Kaffee vor der App. So ist er nicht.

Aber später am Vormittag oder über den Tag schaut er schon regelmäßig rein.

Und ich glaube, ein bisschen stolz ist er darauf auch.

Zwei Haushalte, gleiche App-Krankheit

Meine Mutter versteht die App nicht wirklich – und ich glaube, sie möchte sie auch gar nicht verstehen.

Für sie zählt eher: Läuft das Ding? Spart es Strom? Gut.

Bei uns zu Hause ist es ähnlich.

Meine Frau schaut auch nicht ständig in meine Energie-App. Sie schüttelt eher den Kopf, wenn ich oder unser Sohn wieder erklären, warum gerade jetzt die Waschmaschine besonders gut passt, weil die Sonne scheint.

Natürlich läuft bei mir durch die Automatisierung vieles anders als bei meinem Vater.

Aber der Grundgedanke ist ähnlich:

Sobald man einmal sieht, wann Strom erzeugt wird und wann man ihn verbraucht, denkt man anders über Energie nach.

Das passiert bei mir mit großer PV-Anlage und dynamischem Stromtarif.

Und bei meinem Vater eben mit Balkonkraftwerk, Speicher und manueller Steuerung.

Der Speicher steht nicht perfekt – aber praktisch

Der Speicher steht bei meinen Eltern geschützt am Wintergarten.

Das ist temperaturtechnisch wahrscheinlich nicht der absolut perfekte Ort, bewegt sich aber noch im normalen Bereich.

Der Hauptgrund war einfach praktisch:

Sonst hätten noch einige Meter zusätzliche Verlängerungskabel verlegt werden müssen – und zwar sowohl für Ein- als auch Ausgang.

Gerade bei kleinen Balkonkraftwerk-Systemen merkt man schnell, dass der Standort des Speichers wichtig ist. Nicht nur wegen Temperatur und Wetter, sondern auch wegen der Kabellängen und des gesamten Aufbaus.

Für meine Eltern war dieser Platz am Ende der sinnvollste Kompromiss.

Für wen so ein System passt

So ein Balkonkraftwerk mit Speicher ist nicht für jeden die perfekte Lösung.

Wer alles automatisch möchte, wird mit einem manuellen System wahrscheinlich nicht glücklich.

Wer keine Lust hat, Werte zu prüfen oder die App zu öffnen, sollte eher über komfortablere Lösungen nachdenken.

Für meine Eltern passt es aber gut, weil ihr Verbrauch überschaubar ist und mein Vater bereit ist, sich damit zu beschäftigen.

Es ist eine vernünftige Lösung für einen kleinen Haushalt.

Nicht die größte.

Nicht die bequemste.

Aber eine, die zu ihnen passt.

Mein Fazit

Ich finde diese kleine Anlage meines Vaters fast genauso spannend wie mein eigenes großes Energiesystem.

Nicht, weil sie technisch beeindruckender wäre.

Sondern weil sie zeigt, dass Energiewende nicht immer riesig, teuer und kompliziert sein muss.

Manchmal reicht ein überschaubares System, das zum eigenen Verbrauch passt.

Bei meinen Eltern sind das rund 2.500 kWh im Jahr.

Dafür braucht man keine 25.000-Euro-Anlage.

Dafür braucht man eine Lösung, die wirtschaftlich Sinn ergibt.

Und genau das hat mein Vater gemacht.

Er hat nicht das Größte gekauft.

Er hat das gekauft, was für seine Situation vernünftig war.

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